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„Du lügst doch!“ – „Nein, das ist die Wahrheit!“

31. Dezember 2019

Die Sprache der Lügen

Kleine und große Lügen sind unsere täglichen Begleiter. Im Schnitt verdreht jeder Mensch mindestens zweimal am Tag die Wahrheit. Wie oft wünschen wir einem Arbeitskollegen oder auch einem Vorgesetzten einen „Guten Morgen“, obwohl wir ihm am liebsten die Pest an den Hals wünschen würden? Und Sie selbst können sich wahrscheinlich auch nicht davon freisprechen, einem Kellner vorgegaukelt zu haben, das Steak hätte ihnen ja so „gut“ geschmeckt, obwohl es womöglich zäher gewesen ist als Ihre Schuhsohlen.

„Lügenkultur“

Kommunikationswissenschaftler haben sich mit der Sprache der Täuschung auseinandergesetzt – mit Erfolg. Eine der wichtigsten Erkenntnisse ist, dass Menschen, die aus unterschiedlichen Kulturen stammen, auch unterschiedliche „Lügenkulturen“ praktizieren. Beispielsweise haben Menschen afrikanischer oder asiatischer Abstammung eine vollkommen andere Lügenkultur als die Europäer. Eine Studie über sprachliche Veränderung beim Lügen hat beispielsweise ergeben, dass sich Menschen europäischer Abstammung beim Lügen viel öfter selbst schützen wollen, während es in Afrika und Asien häufiger darum geht, eine ganze Gruppe in Schutz zu nehmen.

„Entpersonifzierung“

Das britisch-niederländische Forscherteam um Paul Taylor von der Lancaster University fand bei einer Untersuchung in Großbritannien heraus, dass Lügner deutlich weniger oft das Wort „ich“ verwenden. Die Forscher vermuten, dass die Betroffenen damit versuchen, sich von ihrem Täuschungsversuch zu distanzieren. Auffällig sei auch, dass Lügner signifikant wenig Bezug auf den Kontext nehmen würden. Dazu gehören vor allem nebensächliche Informationen, die im Zuge der ohnehin mühsamen Konstruktion einer Lüge zu viel zusätzlichen kognitiven Aufwand bedeuten würden. Immerhin muss sich der Lügner schon die harten, an den Haaren herbeigezogenen Fakten merken. Schließlich fanden die Forscher noch heraus, dass Lügner eine deutlich negativere Sprache verwenden als ehrliche Sprecher – vermutlich, weil ihre Schuldgefühle aus ihnen sprechen.

Fehlende Details und positive Ausdrücke

Bei den Probanden des britisch-niederländischen Forscherteams fehlten häufig die individuellen Erfahrungen in den Geschichten. Afrikaner und Asiaten füllen ihre Lügen – der Studie zufolge – mit deutlich mehr Details sowie insbesondere mit individuellen Erfahrungen. Dies betraf jedoch in erster Linie Lügen, die sich auf Erlebnisse bezogen. Bei den Meinungsäußerungen beobachteten die Forscher einen anderen, kulturübergreifenden Effekt. Alle Probanden verwendeten bei ihren Meinungslügen eine deutlich positivere Sprache als bei ehrlichen Meinungsäußerungen. Die Forscher vermuten, dass dies eine Strategie sein könnte, um zum sozialen Frieden beizutragen.

Die Wahrheit ist ein starker Gegner Kommunikationswissenschaftler halten Notlügen bzw. „Soziallügen“ sogar für notwendig. Aber auch hier ist Vorsicht geboten. Denn jede Lüge birgt Risiken. Mit „sich in Lügen verstricken“, „sich in einem Lügengespinst verheddern“, „sich in Widersprüche verwickeln“ oder „in einem Sumpf von Lügen versinken“ sei nur ein Bruchteil der Ausdrücke genannt, die veranschaulichen, wie Lügner von Lüge zu Lüge Opfer ihrer eigenen Strategie werden können. Mit der Wahrheit als stärksten Gegner muss eine Lüge daher so geschickt konstruiert sein, dass sie die Gestalt einer nahezu „verschönerten“ Wahrheit annimmt. Ihre Konstruktion muss plausibel sein und gleichzeitig der peniblen Prüfung misstrauischer Kritiker standhalten. Und mit jeder neuen Auseinandersetzung wird dies nicht leichter, sondern nur komplizierter: „Die Lüge ist wie ein Schneeball – je länger man sie wälzt, desto größer wird sie.“ (Martin Luther).

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