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Vokabelchoreographie?

25. Juni 2019

Fremdsprachen lernen mit NLP

Die meisten von uns wissen, dass es so etwas wie NLP gibt, wissen jedoch nicht, was es eigentlich bedeutet, und schon gar nicht, welche Reichweite das Konzept hat. Das Neuro-Linguistische Programmieren (NLP) gilt insbesondere in der beruflichen Kommunikation als bedeutsames Konzept für Kommunikation und Veränderung. Begründet wurde das Konzept 1945 von dem Anglisten und Linguisten John Grinder und dem Mathematiker, Informatiker und Psychologen Richard Bandler. Die beiden definieren NLP als die Programmierungsmuster, die durch die Interaktion zwischen Gehirn (Neuro), Sprache (Linguistics) und dem Körper generiert werden. Diese Muster können entweder effektives oder ineffektives Verhalten hervorrufen.

Nachstehend eine Zusammenfassung der wichtigsten Annahmen zum NLP-Menschenbild:

  • Menschliche Reaktionen werden durch die subjektive Wahrnehmung der Wirklichkeit bestimmt und nicht durch die äußere Realität.
  • Als gleichwertige Teile des kybernetischen Systems beeinflussen sich Körper und Geist gegenseitig.
  • Ein System wird immer durch das Element kontrolliert, das am flexibelsten ist.
  • Der Mensch trifft stets die beste Entscheidung auf der Grundlage der ihm zur Verfügung stehenden Informationen.
  • Jedem Verhalten liegt eine positive Absicht zu Grunde und es gibt mindestens einen Kontext, indem es sich als günstig erweist.
  • Es gibt keine Fehler in der Kommunikation – das Ergebnis ist immer ein Feedback.
  • Wenn ein Mensch ein bestimmtes Verhalten erlernen kann, dann können es alle.
  • Menschen verfügen über alle Ressourcen, die notwendig sind, um eine Veränderung zu erreichen.

Welche Rolle spielen das NLP-Konzept und seine Grundannahmen nun für das Erlernen von Fremdsprachen? Lernforscher sind der Meinung, dass Informationen mit Hilfe von NLP-Techniken dauerhaft ins Langzeitgedächtnis transportiert werden können. Im Unterbewusstsein sind alle Lebenserfahrungen (inkl. Nebeninformationen) gespeichert. Diese Informationen können jederzeit – wenn auch nicht beliebig – abgerufen werden und bestimmte Verhaltensweisen triggern. Bisweilen werden wir dabei von unseren Gedanken überrascht, da diese seit dem Erlebnis nicht mehr bis ins Bewusstsein vorgedrungen waren. Insbesondere Nebeninformationen wirken im Gehirn als Trigger. Wird der richtige Trigger „getroffen“, führt er unmittelbar zur entsprechenden Hauptinformation (Millisekunden-Abruf). Diese Spirale kann so weit führen, dass sukzessive immer mehr Details in Erinnerung gerufen werden.

Nahezu automatisch gehen Bilder und Gedanken ins Bewusstsein über. Ein anderes Beispiel für den Millisekunden-Abruf liegt vor, wenn einem buchstäblich ein Wort auf der Zunge liegt, man sich aber partout nicht daran erinnern kann. Meist fällt einem das Wort nach einiger Zeit wieder ein – vor allem dann, wenn man sich dies selbst einredet. Diese interne Suche wird vom Unterbewusstsein initiiert, das in der Zwischenzeit quasi autark versucht, den richtigen Trigger zu finden. Und genau dieses Phänomen kann auch beim Vokabelnlernen genutzt werden: Der Mensch besitzt die Fähigkeit, sich einst gelernte und wieder vergessene Vokabeln wieder bewusst zu machen. Und zwar genau dann, wenn es die Situation erfordert.

Voraussetzung für diese Technik ist lediglich, dass die Vokabel einmal mit allen Sinnen gelernt wurde. Das Alphabetspiel, eine besonders beliebte NLP-Lernmethode, zielt genau auf die Aktivierung dieses Mechanismus ab. Man benötigt lediglich eine Tafel, auf der alle Buchstaben von A bis Z in alphabetischer Reihenfolge aufgelistet sind. Runde 1: Der Lerner beginnt damit, jeden Buchstaben einzeln laut zu lesen, von A bis Z. Während er dies tut, hebt er einen oder beide Arme. Die Indikatoren L, R und Z geben jeweils an, ob der Lerner den linken (L), den rechten (R) oder auch beide Arme zusammen (Z) heben soll. Findet der Lerner also ein R unter dem A, so muss er den Buchstaben A laut aussprechen und dabei den rechten Arm heben und anschließend wieder senken. Anschließend geht der Lerner zum nächsten Buchstaben über, bis er das Z erreicht hat. Runde 2: Dann wiederholt er das Ganze. Jedoch in umgekehrter Reihenfolge!

Runde 3: Die dritte Runde ist der zweiten sehr ähnlich. Der Unterschied besteht darin, dass mit dem Heben des Arms gleichzeitig auch das Bein der entgegengesetzten Seite angehoben wird. Und das auch beim Indikator Z – also einfach einen kurzen Hüpfer machen! Jede Tabelle kann nur eine halbe Stunde lang verwendet werden. Danach hat das Gehirn die Tabelle bereits verinnerlicht, sodass diese ihre stimulierende Wirkung auf das Nervensystem verliert. Übertragen auf Vokabeln würde dies z. B. bedeuten, eine Tafel oder Liste mit Vokabeln zu erstellen, die jeweils mit einem Indikator für eine bestimmte Körperbewegung versehen sind. Ein Englischlerner würde sich dann etwa bei dem Wort „love“ ans Herz fassen und das Wort laut aussprechen. Anschließend würde er die Vokabeln noch einmal in umgekehrter Reihenfolge durchgehen. Und am Ende wird eine ganze Vokabelchoreographie daraus – mit garantiertem Lernerfolg. Falls Sie das Alphabetspiel selbst einmal testen wollen, folgen Sie einfach diesem Link. Viel Spaß beim Lernen!

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