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Was im Duden steht, wird schon stimmen – oder?

17. Januar 2019

Die Krux der deutschen Rechtschreibung

Sprachwissenschaftler behaupten, die neue Rechtschreibreform sei von Anfang an zum Scheitern verurteilt gewesen. Die Neuregelung um ß und ss hätte im Endeffekt mehr Fehler hervorgerufen als es vorher gegeben hätte. Zwanzig Jahre nach der Rechtschreibreform ist klar, dass die Deutschen eher einer Rechtschreibmisere unterzogen wurden als einer Reform. Zyniker sprechen in diesem Zusammenhang auch von einer „Rechtschreibanarchie“, die vor allem Schüler und Studenten, aber auch alle anderen Schreiber zu spüren bekamen.

Die allgemeine Verwirrung hing nicht zuletzt mit den radikalen Änderungen, vor allem aber auch mit dem Umstand zusammen, dass es keine eindeutige Kontrollinstanz gab, sondern gleich drei: das Kultusministerium, den Rechtschreibrat und den Duden. Als Audit der deutschen Rechtschreibung hat sich der Rat für deutsche Rechtschreibung durchgesetzt. Die Regeln basieren auf dem im Jahr 1996 anlässlich der Rechtschreibreform erstellten amtlichen Regelwerk. Dieses beinhaltet einen Regelteil und ein Wörterverzeichnis.

Das Wörterverzeichnis umfasst ca. 12.000 Einträge, von denen einige unterschiedliche Schreibweisen aufzeigen, wie z. B. auf Grund vs. aufgrund oder Biographie vs. Biografie. Um einen Konsens zwischen Reformbefürwortern und Reformkritikern zu forcieren, wurden einige Regeln in den Jahren 2004 und 2006 geändert. Weitere Aktualisierungen folgten in den Jahren 2011 und 2017. Die Fassung des Jahres 2011 unterscheidet sich von der 2006er Ausgabe in rund 20 Einträgen des amtlichen Wörterverzeichnisses. Bei den Änderungen handelte es sich u. a. um Streichungen und Zulassungen von alternativen Schreibweisen.

Gestrichen wurden die Schreibweisen Butike, Fassette, Kabrio, Katarr, Krem / Kreme, Kupee, Maffia, Maläse, Mohär, Myrre, Scharm (inkl. scharmant), Schikoree, Schose, Sketsch, Sutane und transchieren. Zugelassen wurden die Schreibweisen Caprice, Clementine, Crème und Schmand. Im Bericht des Rates für deutsche Rechtschreibung für die Periode 2011 bis 2016 wurde u. a. die Großschreibung von ß und SS für zulässig erklärt. Auch die Großschreibung von Adjektiven, wie etwa in die Goldene Hochzeit oder Alles Gute im Neuen Jahr! ist nun offiziell erlaubt.

Als im Jahr 1901 zum ersten Mal Regeln zur deutschen Rechtschreibung eingeführt wurden, wurde der Duden in der 2. orthographischen Konferenz als verbindlich eingestuft. Laut der Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) besitzt der Duden heute jedoch keinerlei Verbindlichkeit mehr. Heute sei ausschließlich das amtliche Regelwerk des Rates für deutsche Rechtschreibung bindend. Verlage, wie z. B. Duden, interpretieren die Regeln lediglich und publizieren ihre Auslegungen. Die Tatsache, dass der Duden nach wie vor als primäres Referenzwerk gilt, wenn es um Rechtschreibung geht, liegt vor allem an der jahrelangen Monopolstellung des Verlages. Spätestens seit dem Internet der Dinge ist jedoch klar, dass die deutsche Rechtschreibung einer noch viel größeren Herausforderung bevorsteht.

Die zunehmende digitale Kommunikation hat einen massiven Einfluss auf den deutschen Sprachgebrauch. Sie beeinflusst nicht nur, welche Schreibweisen wir verwenden, sondern vor allem auch, wie wir die deutsche Sprache verwenden. Nachstehend seien nur einige sprachliche Phänomene genannt, die mit der Kommunikation über digitale Medien einhergehen: Anglizismen, Neologismen, Vermischung der mündlichen mit der Schriftsprache, Vernachlässigung grammatischer Regeln, Vereinfachung der Satzstruktur, Abkürzungen, nonverbale Zeichen (Emoticons etc.), Nichteinhaltung von Groß- und Kleinschreibung, Akronyme u. v. m. Die Sprachreformen, die uns in den nächsten Jahren und Jahrzehnten also noch erwarten, könnten jegliches Regelwerk sprengen.

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