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Schmeicheln, kränken, manipulieren

3. Januar 2018

Die Macht der Worte

Unsere Sprache hat einen erheblichen Einfluss auf unser Denken. Sie kann uns manipulieren und sogar Einfluss darauf nehmen, wie wir die Welt sehen, insbesondere unsere Muttersprache. Der Linguist George Lakoff geht sogar noch einen Schritt weiter: Er ist davon überzeugt, dass Metaphern über politische Wahlen entscheiden können. Obama habe in seinem ersten Wahlkampf u. a. dadurch überzeugen können, dass er die Krankenversicherung zur moralischen Pflicht der „USA als fürsorgliche Familie“ erklärt hat. Worte entfalten ihre Macht jedoch nicht nur Wahlkämpfen, sondern beeinflussen unser tägliches Denken und Handeln maßgeblich. Sie bestimmen, was wir wahrnehmen und sogar, woran wir uns erinnern.

Die Sprachforscher sind sich allerdings nicht ganz einig. Einige Forscher sind der Meinung, dass Sprache unser Denken so weit beeinflusst, dass Menschen mit unterschiedlicher Muttersprache auch unterschiedlich denken. Andere Sprachforscher sind davon überzeugt, dass unser Denken weitergehend unabhängig von unserer Sprache ist und alle Menschen von Geburt an mit denselben sprachlichen Grundregeln ausgestattet sind. Diese Annahme geht über linguistische Erkenntnisse hinaus; ihre Überprüfung erfordert u. a. Kenntnisse aus der Wahrnehmungspsychologie. Insbesondere Hirnforscher und Psychologen finden immer mehr Hinweise darauf, dass insbesondere unsere Muttersprache unsere Denk- und Verhaltensmuster entscheidend mitprägt.

Der Einfluss der Sprache ist nicht immer nur subtil. Wenn wir einen Liebesroman lesen oder in einen Streit geraten, in dem ein paar unschöne Worte fallen, spüren wir die Wirkung der Worte unmittelbar. Worte können uns Trost spenden, schmeicheln oder auch tief kränken. Bisweilen spüren wir die Wirkung noch Tage und manchmal sogar Wochen lang. So genannte Tabu-Wörter können physisch messbare Stresssymptome auslösen. Die Regel ist allerdings, dass wir die Macht der Worte nicht aktiv wahrnehmen. Daher ist es umso leichter, uns mit sprachlichen Mitteln zu manipulieren. Die Werbeindustrie macht sich dieses Phänomen schon seit Jahrhunderten zu Nutze. Allein die Qualität der Beschreibung bestimmter Lebensmittel kann messbaren Einfluss auf unsere Geschmacksnerven nehmen. „In Handarbeit ausgelesene Kaffeebohnen“ verheißen ein besseres Geschmackserlebnis als andere und die „Extra-Portion Milch“ ist doch sicherlich genau das, was unsere Kinder brauchen. Unsere Bewertungen und das Verhalten, das daraus resultiert, werden also von einzelnen Worten geleitet.

Das Aussprechen von Tabu-Wörtern löst zwar messbare Stresssymptome aus, entsprechende Euphemismen (Beschönigungen) jedoch nicht. Sprachforscher nehmen an, dass Kinder die Bedeutung von Tabu-Wörtern lernen, ehe sie die Worte selbst begreifen – ganz einfach dadurch, dass sie die negativen Emotionen ihrer Eltern wahrnehmen. Eine Tasse Tee, die mit einem „tropischen Gefühl“ etikettiert wurde, schmeckt laut Testpersonen der Hochschule Harz gleich viel fruchtiger und erfrischender als gewöhnlicher Tee. Wenn wir in einer Zeitschrift über das Wort „Parfüm“ stolpern, wird in unserem Gehirn das Areal aktiviert, das für die Verarbeitung von Gerüchen zuständig ist. Lesen wir einen Sportartikel, wird unser Bewegungsareal aktiv. Ein nicht allzu positiver Zusammenhang wurde in einer Studie zu Akzenten festgestellt. Sprechen Menschen mit einem Akzent, werden ihre Aussagen als „weniger glaubhaft“ eingestuft.

Kann man sich eigentlich auch selbst mit Hilfe von Sprache manipulieren? Versuchen Sie z. B. einmal laut „stabil“ zu sagen, während Sie auf einem Bein balancieren. Und, merken Sie etwas?

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