Sprachlehrer aus Wuppertal sitzt mit Sprachschülern am Tisch der Sprachschule Wuppertal.
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Goodbye Germany – Hello World

16. September 2016

Seit Westentaschenamerikaner Konny Reimann und Mallorca-Blondie Daniela Katzenberger über die deutschen Mattscheiben schimmern, wabert eine Traumwelle phantasiebegabter Immigrationswilliger durch das Land. Doch die Realität ist vielschichtiger als Doku-Soaps uns weismachen wollen, denn für eine erfolgreiche Auswanderung braucht es vor allem Sprachkenntnisse, Weltoffenheit und realistische Pläne.

56% der Deutschen dachten schon ans Auswandern

So das Ergebnis einer Umfrage der Consulting Firma Aon aus dem Jahr 2012. Mehr als die Hälfte der Deutschen haben sich schon einmal mit Auswandern beschäftigt, doch die wenigsten wagen tatsächlich den Schritt. Die Gründe auszuwandern sind dabei vielfältig. Die meisten Auswanderer suchen neue Berufschancen oder möchten ihren Ruhestand im Ausland verbringen. Hierbei sind auch viele Deutsche mit Migrationshintergrund, die in ihre Heimatländer zurückkehren. Im Vergleich hierzu möchte bei unseren europäischen Nachbarn nur jeder vierte Bürger das Land verlassen.

Sprachkenntnisse als Türöffner

Ohne Sprachkenntnisse stehen die Chancen für eine erfolgreiche Auswanderung tendenziell schlecht. Die Gründe hierfür sind mannigfaltig. Zum einen fordern klassische Auswandererländer vor dem Antrag auf dauerhafte Einreise gute bis sehr gute Kenntnisse und andererseits den Nachweis eines Arbeitsvertrags. Besonders in den USA, Großbritannien, Kanada, Australien und Neuseeland, also den angelsächsischen Ländern, sind Sprachkenntnisse Voraussetzung für einen Daueraufenthalt und auch die Chance vorab einen Arbeitsvertrag zu unterzeichnen, wird wohl kaum größer, wenn nicht ausreichende Sprachkenntnisse nachgewiesen werden.

Vorab eine Sprachschule besuchen

Der Besuch einer Sprachschule sollte bei fehlenden Sprachkenntnissen vor einer Auswanderung obligatorisch sein. Der Erwerb von international anerkannten Sprachzertifikaten erhöht die Chancen auf eine positiv beschiedene Entscheidung seitens des aufnehmenden Landes. Klassische Einwanderungsländer vergeben zum Teil sogar Punkte für besonders gute Sprachkenntnisse auf C1 Level. Dies ist mittels verschiedener Unterrichtsformen von Einzel- bis Gruppenunterricht oder von Präsenzunterricht über blended Learning zu e-learning in vielen Sprachschulen möglich.

Weltoffenheit ist ein Muss

Neben den Sprachkenntnissen ist auch Weltoffenheit unverzichtbar. Unter den immigrationswilligen Deutschen findet sich ein nicht unerheblicher Teil, der das Ausland nur aus dem Urlaub kennt. Globetrotter haben bessere Chancen im Wahlland erfolgreich Fuß zu fassen. Sie kennen die Mentalität des anderen Landes oft aus Besuchen und haben oft schon Kontakt zu Einheimischen oder idealerweise einen Ehepartner oder Familie im Land, dass sich bereits gut in die bestehende Bevölkerung eingegliedert hat. Andererseits gibt es viele Utopisten unter den Auswanderern, die sich nach einer heilen Welt sehnen und vor den eigentlichen finanziellen und persönlichen Problemen ausreißen möchten.

Planloses Auswandern führt zwangsläufig zum Scheitern

Für eine erfolgreiche Immigration bedarf es langfristiger Planungen, die über den reinen Umzug und die Wohnungssuche hinausgehen. Oft scheitert die Auswanderung bereits an den rechtlichen Voraussetzungen des Einwanderungslandes und somit am Flughafen oder bereits im Konsulat. Andere müssen beim ersten Anzeichen einer Krankheit den Traum aufgeben, da sie sich im Ausland keine adäquate Krankenversicherung leisten können. Beispielsweise kosten Krankenversicherungen für Deutsche über 55, die in den USA leben, oftmals an die tausend Euro im Monat. Eine amerikanische Krankenversicherung ist dabei oft noch teurer und diese Versicherungen werden in Deutschland abgeschlossen. Kommen die Auswanderer dann doch zurück nach Deutschland, erwartet sie oft das nächste blaue Wunder, da sie in Deutschland nicht mehr ohne Weiteres in die private oder gesetzliche Krankenversicherung aufgenommen werden.

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